MARKUS RAMSEIER

geb. 1955. Studierte Germanistik, Anglistik und Romanistik an der Universität Basel. Er promovierte mit einer Dissertation zum Thema Radiosprache. Heute arbeitet er als Projektleiter der Stiftung für Orts- und Flurnamen BL an einem Namenbuch des Kantons Baselland. Für seine literarischen Arbeiten wurde der Autor vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Bettina-von-Arnim-Preis und dem Förderpreis des Kantons Baselland. Er lebt in Pratteln, ist verheiratet und Vater von vier Kindern.

BIBLIOGRAFIE
Mäandertal, Roman, Cosmos Verlag. Das Land der letzten Meter, Roman, Cosmos Verlag. Wie küsst man einen Engel?, Roman, Cosmos Verlag. Löcher, Geschichten, Wolfbach Verlag.

www.markusramseier.ch 

 

MARKUS RAMSEIER  LÖCHER
Geschichten mit Bildern von Yehudit Sasportas
Gebunden, 126 Seiten
ISBN 3-95 22831-9-3
Fr. 34.– Euro 23.–

Mit «Löcher» legt Markus Ramseier nach drei Romanen erstmals einen Band mit kurzen Texten vor. Mehrere dieser Kurz- und Kürzestgeschichten wurden von Jurys im In- und Ausland bereits ausgezeichnet.
Löcher sind lauter Abwesenheit, und dennoch (oder deshalb?) haben wir ständig mit ihnen zu tun. Wie schreibt man über das, was fehlt, und in welcher Sprache?
Markus Ramseier folgt seinen Figuren in unterschiedlichste Löcher – Körperlöcher, seelische Löcher, Kerkerlöcher, Löcher der Erinnerung, der Wahrnehmung und Verdrängung, der Angst und Verzweiflung, Einsamkeit und Liebe. Er begleitet eine Minenräumerin in die Wüste, einen schizophrenen Dichter an den Alpenländischen Grand Prix der Poesie, er lässt alte und junge Menschen in Löchern verstummen, reifen, sich aufrappeln, bohrt nach, leuchtet blitzlichtartig ins Dunkel und umkreist als teilnehmender und teilnahmsvoller Beobachter die Ränder der Löcher, die Krusten und Narben, oft lakonisch und schalkhaft, stets präzis und mit dem Mut zur Lücke.
Ausgangspunkt für Löcher bildete ein Stipendium, das Yehudit Sasportas und Markus Ramseier im Herbst 2003 fürs Künstlerhaus Nairs bei Schuls erhielten. Die Moorlandschaft des Lai Nair und das Val d‘Uina mit seinen schroffen Felsen und Höhlen dienten als Asssoziationsfelder für einen lebhaften Austausch über Sprach- und Landesgrenzen hinweg von Bild zu Text und umgekehrt.

PRESSE
(Limburg-Preis, Preis der Schweizerischen Arbeiterbildungszentrale)
Ramseiers Sprache schwingt sich immer wieder zu einer artistischen Höhe auf, dass man am liebsten zur Schere griffe, zwei Sätze ausschnitte, vergrößerte, in einen Rahmen steckte und an die Wand nagelte: als Muster dazu, was Literatur alles sagen kann, wenn sie es anders sagt.
Ewald Ackermann, Pressedienst Schweiz. Gewerkschaftsbund

Leise, zurückhaltend, durchzogen von einem Spannungsbogen, der Leser wie Zuhörer geradezu perfide in seinen Bann schlägt, ist der Text “Grillen” von Markus Ramseier. Er habe eine “himmlisch traurige” Geschichte geschrieben, auch, weil er nach einer “Erlösung” gesucht habe – in all dem Berufsstress als Forscher, der ihn vom Schreiben abhalte. Entstanden ist eine Geschichte, die buchstäblich unter die Haut geht.
Frank Pommer, Rheinpfalz

(Bettina-von-Arnim-Preis)
Ökonomie ist eine Tugend, und wortkarg zu sein gibt einem Autor Ausdruckskraft. Markus Ramseier hebt kaum die Stimme, wenn er von einer verstümmelten Existenz erzählt, einer tapferen Existenz, einem verschlossenen Wesen. Für kurze Zeit blicken wir in die Seele einer Minenräumerin, die stoisch die Umstände ihrer mörderischen Arbeit wie achselzuckend rekapituliert. Keine Psychologie mildert unseren Schock, keine Sentimentalität fordert geschickt unser Mitleid heraus. Verglichen damit ist Hemingway geschwätzig.
Jörg Drews, Brigitte

Gänzlich unsentimental, doch umso tiefgreifender, im Stil verknappt und konzentriert beschreibt der Autor in diesem vielschichtigen Text die Verletzungen, Verstümmelungen, Wunden und Schmerzen, die das Leben schlägt. Eine wirklich preiswürdige und erschütternde Geschichte, deren verschlüsselten Gedankengängen zu folgen viel Konzentration verlangt.
Roswitha Frey, Badische Zeitung