Kindheit und Jugend in Jonschwil (Toggenburg) und Immensee. Besuch der Filmschule an der Kunstgewerbeschule Zürich bei Kurt Früh. Dokumentarfilme (u.a. mit Markus Imhoof) und Kurzspielfilme. Studium der Geschichte, Pädagogik, der deutschen und französischen Literatur in München, Zürich, Lausanne und Wien. Promotion in Neuerer Geschichte 1991. Als „homo helveticus“ beruflich in allen Regionen der Schweiz tätig: u.a. Leitung des akademischen Austauschdienstes der Schweizer Universitäten/ETH, Lehrtätigkeit auf Sekundar- und Tertiärstufe, Schulleiter in Fribourg und Gymnasialrektor in Basel/Muttenz.
Schreibt seit Jahren mittendrin, nebenher und darüberhinaus: nach wissenschaftlichen Publikationen mehr und mehr Kurzgeschichten und Essays, veröffentlicht in Anthologien und Zeitschriften. Mehrere Prämierungen von Texten (u.a. Literaturhaus Zürich, Berner Kurzgeschichtenwettbewerbe). „Abzählherbst“ ist sein erster Roman.
LUZIUS LENHERR ABZÄHLHERBST
Roman
Gebunden, 224 Seiten
ISBN 978-3-905910-10-0
CHF 39.–, Euro 26.–
Was wirft einen Menschen aus der Bahn? Was veranlasst ihn, plötzlich Familie und Haus zu verlassen, sich aller bisherigen Verpflichtungen, Bindungen und Beziehungen zu entledigen? Ist eine Frau im Spiel? Eine traumatische Erfahrung? Ein Verlust?
Luzius Lenherr zeichnet in seinem Roman ein vielschichtiges Porträt seines Protagonisten Xaver Vaxer, der aussteigt, indem er einsteigt. In die Eisenbahn. Kein Roadmovie, aber eine Railstory. Vaxer fährt scheinbar ziellos in der Schweiz umher, filosofiert über Tunnelwände und die Cadrage der Ausblicke, befragt ungefragt Mitreisende, wechselt die Abteile und ist auch auf Güterzügen zuhause. Aus dem Geleise geworfen, sucht er auf den Geleisen wieder Halt und Ruhe. Neue Begegnungen bricht er ab, sobald sie ihm zu nahe gehen. Auch Lothar Lauter, von dem wir die Geschichte erfahren, hat ihn im Zug getroffen. Vaxer wird zunehmend kauziger, zieht sich zurück und scheint schliesslich verschwunden.
Lauter macht sich auf die Suche nach ihm. Einmal, weil ihn der Mann fasziniert und weil er seine Identität klären will. Zudem möchte er ihn vom Verdacht, eine Eisenbahnkatastrophe verursacht zu haben, entlasten. Dann sitzt er auch auf einigen Hinterlassenschaften, von Vaxer stammenden Geschichten. Vielleicht könnten diese sein Rätsel lösen?

