geboren 1953, studierte Ethnologie und Philosophie. Er ist Privatdozent an der Universität Bern und Lehrbeauftragter der Universität Zürich. 1979 bis 1998 leitete er Forschungsprojekte über Heilrituale in Ghana und Senegal. Seine Forschungsergebnisse publizierte er 2001 unter dem Titel ‚Der Rhythmus des Rituals’ im Reimer Verlag, Berlin.
BIBLIOGRAPHIE
Von Jürg von Ins erschienen u.a.
Abraham von Worms, Das Buch der wahren Praktik in der göttlichen Magie,
Diederichs, München 1988
Der Rhythmus des Rituals; Reimer, Berlin 2001
Afro Pharma Experience, CD, African Dance Records, Berlin 2002 (mit Norbert Stolz)
«Tu n’es plus un Baobab» in: Julius Effenberger ed., De l’instinct théâtral – Le théâtre se ressource en Afrique, Harmattan, Paris 2004
JÜRG VON INS PAPA TABU
die Heilung eines Prügelknaben in Afrika
Roman
Broschur, 208 Seiten
ISBN 978-3-905910-20-9
CHF 25.–, Euro 22.–
„Man kann ein Ritual nur verstehen, wenn man unter dem Problem leidet, das es löst.“, schreibt Jürg von Ins in ‚Papa tabu’.
Ethnologie und Literatur stehen für ihn nicht unverbunden neben einander. Vielmehr sieht er sich als Forscher an der Kultur anderer Menschen herausgefordert, die eigene Subjektivität mit einzubringen, was in literarischer Form leichter gelingt als in wissenschaftlicher. In seinem Roman ‚Papa tabu’ bringt Jürg von Ins die fremde Welt afrikanischer Heiltraditionen ethnologisch kompetent und literarisch brillant zur Sprache.
JÜRG VON INS ICH HAB KEIN WORT VERLOREN
Gedichte
184 Seiten, gebunden
ISBN 3-952 3057-6-6
Fr. 36.- Euro 24.-
Wer die Gedichte von Jürg von Ins liest, braucht keine Spirituosen mehr. Er lehnt sich zurück und hat für Stunden Stoff zum Träumen. Aber wie beim Konsum anderer Stimulantien wird er nicht richtig satt davon, im Gegenteil.
Die Gedichte neigen auch zum stechenden Aphorismus. „Oft zahlt des Einen Neugeburt/ ein Andrer mit dem Tod“ oder „Wahrheit ward immer schon herausgezogen/ aus etwas Anderem, das vorher war“. Bei Jürg von Ins passiert die Erkenntnis bisweilen wie ein Unfall. „Schau nicht, wo du hingefallen/ schau wo ausgerutscht“. Bewusstes Schlittern. Das Gedicht als kultivierter Lapsus. Lallen und Heiliger Geist sind nicht immer zweifelsfrei auseinander zu halten.
Eigentlich ist ja jeder Dichter ein Rumpelstilzchen. Er fordert die Leute auf, seinen Namen herauszufinden, und macht es ihnen zugleich schwer. Nur manchmal, wenn er meint, niemand schaue ihm zu, verrät er sich plötzlich beim nächtlichen Feuertanz.
Wie nahe liegen hier das Erhabene und das Lächerliche nebeneinander, wie leidenschaftlich sind sie ineinander verkrallt! Das Heilige weiss, dass es jeden Moment auf einer Bananenschale ausrutschen könnte. Und wie ein Kanon hat dieser Gedichtkreis von Jürg von Ins eigentlich kein Ende. Wir brechen die Fahrt mit der einen Stimme ab, während die andere anderswo neu beginnt.
David Signer


