JEAN-MARC SEILER

geboren 1942. Autor und Gestalter seiner gesellschaftskritischen und politischen Affichen. Diverse Ausstellungen im In- und Ausland: „Siegen ist pervers“, 2001. „Alles will wachsen“, 2005. Teilnahme an den Innsbrucker Wochenendgesprächen 2010. Lebt und arbeitet als Grafiker, Fotograf, Autor und Verleger in Zürich.

 

JEAN-MARC SEILER  PAPIERFLIEGER DIE REIHE Nr 6
Marginalien
Englische Broschur, 96 Seiten
ISBN 978-3-905910-19-3
CHF 26.–, Euro 19.–

Nach seinem Buch „Am Anschlag“ (2010) veröffentlicht er eine Sammlung seiner über die Jahre hin- und hergeworfenen Randbemerkungen. Reminiszenzen zur aktuellen Befindlichkeit derer, die den eigenen Zustand und jenen der Gesellschaft hinterfragen und reflektieren. Die Poesie der Texte von Jean-Marc Seiler trifft manchen Kern an Hoffnungslosigkeit – und verweist zugleich auf die Zuversicht, dass alles nicht so schlimm ist, sondern schlimmer. Marginalien, die der Autor Blatt für Blatt vor geöffnetem Fenster zu Papierfliegern faltet.

JEAN-MARC SEILER  AM ANSCHLAG
Affichen / Plakate
Hardcover, 64 Seiten, durchgehend farbige Abbildungen
ISBN  978-3-905910-07-0
CHF 33.– Euro 22.–

AM ANSCHLAG ist eine Sammlung von Jean-Marc Seilers Plakaten, in denen er die verhängnisvolle Eigendynamik gewisser Mechanismen aufzeigt und sich gegen ein zerstörerisches System und seine ökonomische Lüge, gegen Scheinheiligkeit und Machtmissbrauch zur Wehr setzt.
Damit die Industrie ihr Überangebot an Produkten verkaufen kann, erfindet sie täglich neue Bedürfnisse und macht sie zu vermeintlich unverzichtbaren Faktoren. Das herrschende Wirtschaftssystem braucht weltweit eine möglichst kopflose Gesellschaft, die in der materiellen Geilheit und in der Spaßbefriedigung ihr Glück vermutet und sich einem Nach-uns-die-Sintflut-Denken hingibt.

„Seiler kondensiert ausführliche Denkarbeit auf wenige Worte. Er erreicht es mit der Fähigkeit, sich immer und überall von allem das Gegenteil vorstellen zu können. Und es gibt Fälle, in denen das Gegenteil das Bessere ist.“
Peter Karl Wehrli

«...Am Anschlag ist erschütternd auch. Und brillant. Die kritische Vernunft
in Aktion.»

Jean Ziegler

JEAN-MARC SEILER / MARKUS BUNDI  SELBSTAUSLÖSER
Bilder und Texte
Mit einem Vorwort von Ulrich Stadler
Gebunden, 48 Seiten, Grossformat, 19 Fotomontagen
ISBN 978-3-905910-01-8
CHF 29.– Euro 20.–

Der Begriff SELBSTAUSLÖSER hat sich einst mit einer neuen Generation Fotoapparate etabliert, bezeichnet einen Knopf, der es auch dem Betrachter hinter der Kamera erlaubt, sich selbst ins Bild zu setzen. Im Band SELBSTAUSLÖSER von Jean-Marc Seiler und Markus Bundi lösen sich Text und Bild gegenseitig und von selbst aus. Der Dialog, der sich zwischen Bild und Text ergibt, entsteht immer wieder neu –  eine verbindliche Nähe erzeugend, frei und zwingend zugleich. Jede Fotomontage Seilers wie auch jedes Bundi-Gedicht kann für sich stehen, doch als Ganzes ergibt sich mehr als die Summe der Teile.
Seiler und Bundi arbeiten seit vielen Jahren zusammen, sei es im Theater, sei es im Projekt „Welten“ (mehrere Ausstellungen in Zürich und Baden). SELBSTAUSLÖSER ist ihr erstes gemeinsames Buch. Es vermittelt jene spannende und zuweilen vergnügliche Polarität zwischen Text und Bild, die sich gegenseitig nicht erklären, sondern ergänzen will. Ein Buch zum Schenken, das man auch gerne für sich behält.

JEAN-MARC SEILER  ALLES WILL WACHSEN AFFICHEN 1998 BIS 2004
Ausstellungskatalog 2005 (Zentrum Karl der Grosse, Zürich) mit rund 200 farbig (verkleinert) abgebildeten Affichen (1998–2004).
Mit einem Vorwort von Jean-Marc Seiler und einer Reminiszenz von Markus Bundi.
Format A4, farbig, 30 Seiten.
CHF 20.– Euro 14.–

Affiche heisst Anschlag, Plakat, Poster. Mit seinen provokativen Affichen liefert der Gestalter und Autor Jean-Marc Seiler (geboren 1942) eindringliche Marginalien zu Politik und Gesellschaft. Sie werden in Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt. ELIE ZIPS hat am Institut für Deutsche Philologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München 2002 ihre Magisterarbeit in Form einer Strukturanalyse des montierten politischen Plakats anhand der Plakate von John Heartfield, Klaus Staeck und Jean-Marc Seiler geschrieben.

Presse
Seilers Affichen reklamieren idealistische Werte, appellieren an die Moral. Ihm ist jedes sprachliche Mittel recht: einmal polemisch, dann wieder pathetisch, selten ironisch, gern zynisch, oft sarkastisch. Das Skandalon aber ist: Er baut auf den gesunden Menschenverstand, fordert den Betrachter zum Nach- und Mitdenken auf. Die Affichen, harmlos noch mit Anschlägen zu übersetzen, sind nicht kleine Störungen, sondern vor allem eins: eine stete Anmassung. In Seilers Worten: «Früher wähnten sich Sklaven nicht in Freiheit.»
Markus Bundi

Seiler bricht seine Gedanken in Sprache hinein. Denn in ihm steckt nicht einfach nur ein Agitator, das auch, nicht der Sloganschreier, als der er oft verstanden wird. Vor 35 Jahren hat er den höchst eindrucksvollen Text “Oliven” geschrieben und gesprochen. Gerade jetzt ist er auf CD wieder zu hören. Das Kondensieren, das Reduzieren auf den Kern von allem, das praktiziert Seiler auch als Autor. Für mich, den frühen Fan von “Oliven”, muss deshalb ein Satz ins Zentrum rücken, der ein Gedicht ist. Ein radikales Gedicht, so radikal, dass es alles in sich einschliesst an Bezügen, die politischen, die gesellschaftlichen, die poetischen: Der Satz lautet: “Fragst Du den Wind, der dir in die Haare fährt, wie er das gemeint hat? “ Und wieder spukt Mehring herein: “Wer Krieg denkt, hat nicht gedacht”. Weiterdenken also. Doch, es ist so: So radikal wie Seiler hat selten einer für das Denken geworben.
Seiler wurde gefragt: “Wollen Sie die Welt verändern?”. Seine Antwort: “Da mache ich mir keine Illusionen. Ich mache Affichen”.
Peter Karl Wehrli