Prof.Dr.med. et phil. Gion Condrau, geb. 1919. Studien der Medizin (1943) sowie der Philosophie, Psychologie und Soziologie (1949) mit anschliessender Promotion als Spezialarzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie. 1964 Privatdozent für Neurosenlehre und Psychosomatik an der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich und der Philosophischen Fakultät der Universität Fribourg. 1967 Titularprofessur. Von 1971 bis 2001 Direktor des Daseinsanalytischen Institut für Psychotherapie und Psychosomatik in Zürich. Präsident der Internationalen Vereinigung für Daseinsanalyse. Gründer und Ehrenmitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin. 1945 Rückführung politischer Häftlinge aus dem Konzentrationslager Mauthausen im Auftrag des Internationalen Roten Kreuzes. 1953/54 Mitglied der neutralen Waffenstillstandskommission in Korea. 1966–1979 politische Tätigkeit als Gemeinderat (Herrliberg), Kantonsrat (Zürich) und Nationalrat.
BIBLIOGRAFIE
u.a.: Der Mensch und sein Tod – certa moriendi condicio, (Kreuz 1991). Sigmund Freud und Martin Heidegger, (Universitätsverlag Freiburg/Schweiz 1992). Daseinsanalyse. Philosophische und anthropologische Grundlagen, (J.H.Röll 1998). Martin Heidegger‘s impact on psychotherapy, (Mosaic 1998). Ich bin, ich weiss nicht wer, Wolfbach.
GION CONDRAU ICH BIN, ICH WEISS NICHT WER
Philosophische und psychotherapeutische Gedanken
zu einer modernen Sinn- und Lebensforschung
anhand eines mittelalterlichen Spruchs
Gebunden, 210 Seiten
ISBN 3-95 22831-5-0
Fr. 42.- Euro 28.-
Seit dem Mittelalter beschäftigt sich die christliche Gesellschaft ausführlich mit einem berühmt gewordenen Vierzeiler eines unbekannten Dichters, das in verschiedenen Variationen immer wieder um dieselben Fragen kreist:
Ich bin, ich weiss nicht wer / Ich komme, ich weiss nicht woher / Ich gehe, ich weiss nicht wohin / Mich wundert, dass ich so fröhlich bin.
Die Fragen, die hier gestellt werden, drehen sich letztlich alle um den Sinn des Lebens. Die Geschäftigkeit des Alltags mag sie in den Hintergrund rücken, in Zeiten von Leid, Krankheit und Not werden sie aber vordringlich. Dies spüren vor allem Menschen, die in einer Lebenskrise stecken, die gerade aufgrund ihres gestörten physischen oder psychischen Lebens ihrem Dasein keinen Sinn mehr abzugewinnen vermögen. Im vorliegenden Buch geht es dem Autor aber nicht darum Antworten zu finden, wo es ohnehin keine gibt, sondern um den Versuch, die mittelalterlichen Fragen in der heutigen Zeit neu zu stellen. Das erste Kapitel beleuchtet den Einfluss der Technik auf die Gesellschaft, den Sinn oder Unsinn neuzeitlicher Forschung. Der zweite Teil befasst sich mit der Frage nach der Entstehung des Menschen u.a. im Hinblick auf die Genforschung. Das dritte Kapitel ist dem Verhältnis des Menschen zu seiner Sterblichkeit gewidmet und im vierten Abschnitt geht es schlussendlich um die Frage nach dem Sinn menschlichen Existierens.

